Institut für soziales Lernen mit Tieren

Tiergestützte Kurzzeittherapie

Institut für soziales Lernen mit Tieren

Das Institut bietet Familien mit behinderten Kindern eine 1-wöchige tiergestützte Kurzzeittherapie an. Die Familien wohnen in Ferienwohnungen nahe beim Institut.

Die therapeutische Arbeit geht immer vom Wunsch oder von der Sehnsucht des Kindes nach einem Tier und nach gemeinsamen Aktivitäten aus. Das Kind darf wählen, mit welchem Tier oder welchen Tieren es zusammen sein möchte – mit Hunden, Katzen, Enten,
Gänsen, Minischweinen oder Eseln, mit Ponys oder Schafen,
mit Ziegen und Hühnern. Es darf sich auch wünschen, was es mit dem Tier zusammen tun möchte – reiten, füttern, spielen, streicheln, beobachten, ... .

Bei all dem wird das behinderte Kind von einer SozialpädagogIn und
einer ErgotherapeutIn begleitet, die klient-zentriert arbeitet.
Es kann darauf vertrauen, dass es im Setting mit den Tieren und den
Therapeuten genau die Person sein darf, die es ist.
Es kann erfahren, was für ein starkes emotionales Erleben die Begegnung mit Tieren in ihm auslöst, kann die Kraft verspüren, die aus dem gemeinsamen Tun mit Tieren erwächst.Es kann miterleben und manchmal mitleiden, kann spüren, wann es Verantwortung übernehmen sollte oder einfach die Nähe und Wärme des Kontaktes genießen kann. Das Kind braucht nicht nach den Normen unserer leistungsorientierten Gesellschaft zu funktionieren, denen es manchmal nicht entsprechen kann. Vielmehr kann es in eine Welt der Beziehung und der emotionalen Empfindung eintreten, die es nicht nur akzeptiert, sondern mit ihm so interagiert, wie es möchte und kann.

 

Die Eltern können sich am Nachmittag untereinander austauschen; in dieser Zeit ist dafür gesorgt, dass ihr Kind sowie die Geschwister gut versorgt werden. Am Abend können sie dann Videoaufzeichnungen von dem Setting mit ihrem Kind anschauen. Dies bietet ihnen die Möglichkeit zu erfahren, wie ihr Kind im direkten Kontakt zu verschiedenen Tieren reagiert. Sie können mehr über seine Emotionalität und seine sozialen Interaktionen kennenlernen, vielleicht auch verspüren, was alles auf den tieferen Schichten der Persönlichkeit ihres Kindes existiert. Die Eltern können zudem an jedem Abend mit dem Team des Instituts sprechen. Es ist wahrscheinlich, dass für alle Beteiligten Potentiale zur Entwicklung ebenso erkennbar werden wie Begrenzungen des behinderten Kindes, die von seinem sozialen Umfeld aufgefangen werden müssen.

Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass es intensive Tage sind, die die Familien mit den Tieren zusammen verbringen. Oft können Tiere dem behinderten Kind helfen, Türen zu einem Erleben zu öffnen, das bislang brach lag. Und die Familien spüren, wie viele neue Möglichkeiten sich für sie aus dieser Woche ergeben.